Der Effekt des gemeinsamen Wissens (5 Minuten für bessere Entscheidungen)

Immer wieder blickst Du auf die Uhr. Die Zeit läuft und Deine Aufgaben werden nicht weniger. “Und ich sitz in diesem Meeting fest”, schießt Dir durch den Kopf. Eine Besprechung der Abteilung steht auf dem Programm, um über die Planung des nächsten Quartals zu entscheiden. Stunde um Stunde verrinnt und Du siehst Dich schon Nachtschichten schieben. “Warum muss das immer so lang dauern?”, fragst Du Dich. “Wenn wenigstens etwas Gutes dabei herauskommen würde.”

Der Alltag in den meisten Unternehmen bringt es mich sich, dass Entscheidungen nicht ausschließlich von Einzelpersonen getroffen werden, sondern von Gruppen. Es kann zäh sein, sich in einer Gruppe zu einer Entscheidung durchzuringen, zäher als uns manchmal lieb ist. Und doch gibt es für die Gruppenentscheidung gute Gründe.

Einer dieser vielzitierten Gründe, ist die breitere und umfangreichere Wissensbasis einer Gruppe. Das Argument erscheint logisch, haben doch mehr Leute auch mehr Wissen als Einzelpersonen. 

Doch nicht immer ist es so einfach. Manchmal bleibt die Qualität der Gruppenentscheidung weit hinter den Erwartungen oder sogar hinter der Qualität von Einzelpersonenentscheidungen zurück. Woran das liegt? Einer der Gründe ist der “Effekt des gemeinsamen Wissens”!

Dazu möchte ich euch im nachfolgenden Video mehr erzählen. Wie immer kannst Du auch die darin verwendete Präsentation herunterladen.

Wahnsinn bei Individuen ist selten, aber in Gruppen, Nationen und Epochen die Regel.

Friedrich Nietzsche

5 Minuten für bessere Entscheidungen – Overconficende bias [Selbstüberschätzung]

overconfidence bias
overconfidence bias

“Hätte ich doch nur auf meine Frau gehört” denkt Walther als er am Morgen die Entwicklung der Aktienmärke betrachtet. Walther ist Arzt, Chirurg um genau zu sein, und ein erfolgreicher obendrein. Die Aktie in die er vor vier Monaten eine beträchtliche Summe Geld gesteckt hat befindet sich seit Wochen im Sinkflug. Dabei war er sich doch so sicher, nach allem was er über das Unternehmen gelesen hatte. Seine Frau hatte ihm abgeraten, sie sagte “Du kennst Dich doch mit der Branche gar nicht aus!” Doch Walter wollte nicht hören. Er war sich ganz sicher!

Das wir uns alle hin und wieder selbst überschätzen ist hinreichend bekannt. Das die systematische Selbstüberschätzung tief in uns verankert ist und wesentlich die Qualität unserer Entscheidungen, Urteile und Prognosen beeinfluss schon weniger. Die Selbstüberschätzung bzw. der overconfidence bias zählt zu den kognitiven Verzerrung, deren Funktionsweise und Auswirkungen empirisch gut belegt sind. 

Unser tagtägliches Streben nach bestmöglichen oder sogar optimalen Entscheidungen funktioniert, wie wir alle wissen, mal besser mal schlechter. Umso wichtiger erscheint die Auseinandersetzung mit diesen Verzerrungen.

Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht!

Theodor Fontane

Was sich genau dahinter verbirgt und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du im nachfolgenden 5-Minuten Video. Die darin verwendete Präsentation findest Du ebenfalls zum Download.

Entscheidungsermüdung

Du sitzt auf Deinem Fahrrad, der Schweiß rinnt Dir die Stirn hinunter und in Deinen Knochen stecken schon etliche Kilometer bergige Strecke. Der nächste Anstieg lieg vor Dir. Er kommt Dir steiler vor als die Anstiege zuvor. Dein Blick wandert an den Punkt, an dem der Berg den Himmel trifft. Du spürst Brennen in den Oberschenkeln. Bei jeder Umdrehung quietschen die Pedale ein wenig und Dein Fahrrad schiebt sich einen halbe Meter vorwärts. Müde, müde, müde …. jede Faser in Deinem Körper sagt Dir, dass Du müde bist, dass Du Dich ausruhen musst und dass eine kleine Pause Dir neue Energie geben wird.

Das Gefühl körperlicher Erschöpfung kennen wir gut. Mit zunehmender Erschöpfung lässt die Leistungsfähigkeit nach. Dies gilt nicht nur für unseren Körper, sondern auch für unser Gehirn! “Entscheidungsmüdigkeit” nennt der Psychologe Roy F. Baumeister das Phänomen, welches unsere kognitive Leistungsfähigkeit aufbraucht und uns zu schlechten Entscheidungen führt oder uns sogar zeitweise entscheidungsunfähig macht.

Was sich genau dahinter verbirgt und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du im nachfolgenden 5-Minuten Video. Die darin verwendete Präsentation findest Du ebenfalls zum Download.

Der Aktivitätsfehler (action bias)

Aktivitätsfehler (action bias)

Ihr kennt das sicher! Man hat es eilig und genau dann ist jede Ampel rot, gefühlt jede zweite Straße gesperrt und überhaupt sind viel mehr Autos auf der Straße als eigentlich üblich. An der nächsten roten Ampel mit veritablem Stau reicht es Dir. Du scherst aus der endlosen Reihe sich anstellender Autos aus und nimmst einen anderen Weg. Ob der kürzer ist? Keine Ahnung! Ob Du schneller ans Ziel kommst? Keinen Schimmer! Hauptsache Du fährst und stehst mit Deinem Auto nicht sinnlos auf der Straße herum. 

Tief in uns drin setzen wir Aktivität mit Fortschritt, Handlung mit Vorwärtskommen und Abwarten mit Stillstand gleich. Es liegt uns nicht im Blut, die Hände in den Schoss zu legen und uns die Situation in Ruhe anzuschauen. Als Jäger und Sammler waren unsere “Situationen” überschaubarer. Wenn der Säbelzahntiger im Blickfeld auftauchte, dann war rennen angesagt. Auf eine gründliche Analyse konnte guten Gewissens verzichtet werden. Aus evolutionärer Sicht ist das noch nicht lang her und wir verhalten uns noch immer so.

Die heutige Zeit ist aber komplexer und oftmals ist die Lösung nicht so einfach zu erkennen wie in unserer Vorzeit. Besonders trifft uns dieser Aktivitätsfehler (Action bias), wenn wir noch gar nicht so richtig wissen, was eigentlich auf uns zu kommt. In diesen unklaren und widersprüchlichen Situationen neigen wir dann zum vorschnellen Handeln. Schließlich wollen wir dann ja auch nicht dumm dastehen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und wir währenddessen nur “die Situation analysiert” haben. Das führt oft zu: 

Kurz um, Abwarten und die Situation sich entwickeln zu lassen, wäre die bessere Wahl gewesen. Dann hätte wir ein besseres Bild von der Lage erhalten, mehr Informationen zu Verfügung gehabt und unsere Aktivität besser auf das Problem abstellen können. Aber zu unserem Glück lässt sich oft im Nachgang nicht mehr so leicht feststellen ob Abwarten die bessere Strategie gewesen wäre. Und vielleicht hat sich die Situation auch zu unserem Vorteil entwickelt. Ob unsere Aktivität etwas damit zu tun hatte, ist nicht mehr feststellbar. So können wir uns prima auf die Schulter klopfen und uns weiter für unsere Entschlossenheit feiern. 

Mach Deine Entscheidungen jeden Tag ein wenig besser!

Mach Deine Entscheidungen jeden Tag ein wenig besser!

Stell Dir vor, Du stehst morgens vor dem Schrank und überlegst ob Du das rote oder das schwarze T-Shirt anziehen sollst. Mittags in der Kantine kannst Du Dich vielleicht nur schwer zwischen Currywurst und Spaghetti entscheiden und am Nachmittag stehen einige schwierige berufliche Einschätzungen an. Egal ob einfach oder schwierig, entscheiden müssen wir uns den ganzen Tag. Umso wichtiger ist es dabei einen klaren Kopf zu behalten.

Wir sind in unserem Entscheidungen nicht immer so rational, wie wir das gern hätten.

Unsere Entscheidungen sind manchmal verzerrt. Dafür sorgen insbesondere diverse systematisch Urteilsfehler, wie beispielsweise der Verfügbarkeitsfehler (availability bias). Wie dieser wirkt und wie Du Dich bestmöglich davor schützen kannst, erfährst Du im Video. Außerdem findest Du nachfolgend noch die dazugehörige Präsentation zum Download.

Sechs Faktoren für ein robustes Unternehmen

Sechs Faktoren für ein robustes Unternehmen

Der Begriff des „schwarzen Schwans“ steht für ein unvorhergesehenes bzw. unerwartetes Ereignis. Diese Ereignisse haben die Tendenz gesicherte Erkenntnisse „von einem Moment auf den anderen“ zu zerstören. Zurück bleibt die Ungewissheit und die Überforderung im Umgang mit der neuen Situation.

Das Bildnis des „schwarzen Schwans“ geht zurück auf die „gesicherte“ Erkenntnis dass Schwäne weiß sind. Tatsächlich waren schwarze Schwäne in Europa bis zur ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts unbekannt. Es galt also als gesichert, dass es sich um eine durch und durch weiße Vogelart handelt. Jeder zusätzliche gesichtete weiße Schwan zementierte dieser Erkenntnis zu unumstößlicher Gewissheit. Diese Gewissheit währte bis zu dem Zeitpunkt, als nach Reisen durch Westaustralien vermehrt über schwarze Schwäne berichtet wurde. Danach war sie dahin.

In jedem Seminar zum Thema „Risikomanagement“ oder „Entscheidungsfindung“ das ich gehalten haben, ist der „schwarze Schwan“ zwar Thema, aber meist konzentrieren sich die Teilnehmer auf Risikopotentiale mit einer gewissen Offensichtlichkeit. Es dreht sich für sie hauptsächlich um Themen die ihr Tagesgeschäft betreffen. Dies ist sicherlich relevant und ihrem Blickwinkel auf das Unternehmen und dessen Umfeld geschuldet, zeigt aber auch die wahrgenommene Bedeutung schwarzer Schwäne im Unternehmensalltag. Man gewinnt den Eindruck, dass das Vorhandensein dieser unvorhersehbaren bzw. unerwarteten Ereignisse gewissermaßen selbst ein schwarzer Schwan ist. Es schwingt das Gefühl von Seltenheit mit.

Nun, spätestens die Jahre 2020 bis 2022 sollten uns eines besseren belehrt haben. Zuerst hat die Corona-Pandemie die Wirtschaft auf eine harte Probe gestellt. Niemals hätten wir beispielsweise vermutet, dass man uns mit einer Ausgangssperre von unserer Arbeitsstätte fernhalten könnte oder das Fehl- und Ausfallzeiten aufgrund gesetzlich verordneter Quarantäne in die Höhe schnellen. Auch das wochenlange Sperren von Häfen in Teilen der Welt hatten so sicher die wenigsten auf dem Schirm.

Vom Pandemiemodus sind wir sozusagen nahtlos in den Kriegsmodus gewechselt. Sichere Lieferketten und Bezugswege sind auf einmal versperrt oder zumindest von Sperrung bedroht. Ehemals verlässliche Geschäftspartner stehen auf Sanktionslisten und ganze Regionen brechen als Absatzmärkte weg.

Der Charakter schwarzer Schwäne ist aber nicht Seltenheit sondern Unvorhersehbarkeit. Daraus resultieren zwei wesentliche Schlussfolgerungen.

Die Herausforderung ist in dieser Zeit also nicht maximalen Aufwand zur Vorhersage schwarzer Schwäne zu betreiben, sondern unsere Organisationen so robust wie möglich zu bauen. So können Sie die negativen Folgen schwarzer Schwäne überstehen und die positiven (ja, auch die gibt es) bestmöglich nutzen.

Wer sein Unternehmen robuster machen möchte sollte Wert legen auf folgende sechs Faktoren:

Krisenhilfe

Krisenhilfe 

Die Corona-Krise stellt viele Unternehmen vor enorme und nie dagewesene Herausforderungen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen leiden unter Umsatzausfällen und daraus resultierenden Liquiditätsengpässen. Bundes- und Landesregierungen arbeiten an Sofortmaßnahmen sowie mittel- und langfristigen Hilfsprogrammen. 

Um Sie zu unterstützen, haben wir folgende Angebote für Sie zusammengestellt:

Das Risiko als Chance – Die vergessenen Seite des Risikomanagements

Das Risiko als Chance - Die vergessenen Seite des Risikomanagements

“Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.” – Victor Hugo 

Dieses Zitat von Victor Hugo macht die unterschiedliche Sichtweise auf Risiken deutliche. Für jeden bedeutet Risiko etwas anderes. Der eine geht sie gern ein, der andere nicht. Daraus ergeben sich im unternehmerischen und auch im privaten Umfeld einige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Meistern kann man diese Herausforderungen, wenn man sich deren bewusst ist. 

Für die meisten ist „Risikomanagement“ gleichbedeutend mit „Gefahrenmanagement“

Eigentlich ist das Risiko lediglich eine noch in der Zukunft liegende Unbekannte, und damit erstmal neutral. Dies wird jedoch nicht allgemein so verstanden. In unseren Kursen zum Thema Risikomanagement, führen wir regelmäßig Umfragen dazu durch. Gefragt wird nach Assoziationen zum Begriff Risiko. Im Ergebnis (Stand September 2019) hatten die Befragten zum Wort Risikomanagement folgende Assoziationen :

0
Prozent - negative Assoziationen
0
Prozent - neutrale Assoziationen
0
Prozent - positive Assoziationen

Der Tendenz im Risikomanagement trotzen

In den Köpfen der Teilnehmer eines Risikomanagementprozesses ist die oben bereits beschriebene negative Einstellung zum Risiko vorherrschend. Das Denken in Chancen ist vielleicht vorhanden, wird aber nicht mit dem Risikomanagement in Verbindung gebracht. Um dennoch Chancen zu Identifizieren muss aktiv darauf hingearbeitet werden.  Nur so bleiben Gefahren und Chancen in einem ausgewogenen Verhältnis.  Folgende Maßnahmen können dabei hilfreich sein:

Risikomanagement ist ohne Frage nützlich. Gut umgesetzt macht es relativ wenig Arbeit und kann wesentlich zur Stabilität und zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Gelingt es uns ein Gleichgewicht zwischen Gefahr und Chance herzustellen maximieren wir diesen Nutzen, arbeiten strategisch und tragen erheblich zu einem positiven Unternehmensklima bei.  

6 Tipps zur Verbesserung der Liquidität

6 Tipps zur Verbesserung der Liquidität

Auch wenn Ihr Unternehmen gut läuft, können Schwankungen zu unangenehmen Liquiditätsengpässen führen. Kein Geld zu haben, wenn auch nur temporär, bedeutet meist noch mehr Geld ausgeben zu müssen. Sie können dann Skonti nicht richtig nutzen oder müssen an anderer Stelle sogar Mahn- und Verzugsgebühren in Kauf nehmen. Oder Ihnen entgehen gute Gelegenheiten, die Sie, weil Sie gerade nicht flüssig sind, nicht wahrnehmen können. Insgesamt kein sehr erstrebenswerter Zustand. Daher finden Sie nachfolgend ein paar Tipps wie Sie immer liquide bleiben.

Schnell ausliefern und berechnen

Immer wieder erstaunlich ist es, wie lang manche Unternehmen benötigen, um nach getaner Arbeit eine Rechnung zu schreiben. Besonders im Handwerksbereich kann es vorkommen, dass diese erst zwei Monate später beim Kunden eingeht. Machen Sie nicht den gleichen Fehler. Wenn die Leistung ausgeführt ist, sollten Sie unmittelbar danach eine Rechnung erstellen. Das Geld ist dann wesentlich eher auf Ihrem Konto und Sie können damit arbeiten.

Rechnungskürzung und Rückfragen vermeiden

Wenn Ihr Kunde, aus was für Gründen auch immer, die Zahlung Ihrer Rechnung noch etwas nach hinten schieben möchte, dann sind Rückfragen und Änderungswünsche ein beliebtes Mittel. Sorgen Sie also dafür, dass Ihre Rechnung keinen Anlass zu Rückfragen bietet. Ihrem Kunden sollte im Vorfeld alles bekannt sein was auf der Rechnung stehen wird. Dazu sollten Sie während der Angebotsphase Ihre Leistung möglichst konkret beschreiben. Diese Beschreibung sollte in der Rechnung wieder auftauchen. Eventuelle notwendige Mehrleistung, die während der Angebotsphase noch nicht absehbar war, sollten Sie vor der Ausführung an Ihren Kunden kommunizieren und ihm klar machen wie sich das auf die spätere Rechnung auswirkt.

Forderungsausfälle vermeiden

Eine ausgefallene Forderung ist immens ärgerlich. Insbesondere dann, wenn es sich um einen größeren Betrag handelt. Solche Ereignisse können ein gewaltiges Loch in Ihre Finanzplanung reißen. Sie können das Risiko von Forderungsausfällen reduzieren indem Sie sich über die Zahlungsfähigkeit Ihrer Kunden stehts im Klaren sind. Folgende Maßnahmen können dabei hilfreich sein.

Bonitätsauskünfte bei Neukunden: Arbeiten Sie mit neuen Kunden zusammen, zu denen Sie noch keine Beziehung und möglicherweise auch keinen guten persönlichen Kontakt haben, sollten Sie sich bei einer der einschlägigen Auskunfteien eine Bonitätsauskunft beschaffen. Wird dort ein negativer Wert ausgewiesen, sollten Sie die Zahlungsziele entsprechend eng wählen oder sogar Vorkasse verlangen. Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein von einer Zusammenarbeit abzusehen.

Anzahlungen vereinbaren: Bei größeren Auftragssummen sollten Sie mit Anzahlungen und Zwischenabrechnungen arbeiten. Dies reduziert das Risiko, denn ein eventueller Zahlungsausfall ist nicht mehr so hoch.

Lastschrifteinzug: Setzen Sie auf Lastschrifteinzüge. So können Sie gewährleisten, dass Ihre Zahlungsziele eingehalten werden.

Beobachten Sie das Zahlungsverhalten Ihrer Kunden: Falls einer Ihrer Kunden regelmäßig zu spät zahlt, sollten Sie dringend das Gespräch suchen. Zu späte Zahlung ist ein Indiz für Zahlungsschwierigkeiten. Dies birgt auch das Risiko einer Rückforderung im Falle der Insolvenz des Kunden. Diese Rückforderungen können existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Das Gespräch hilft die wahren Gründe der Zahlungsverzögerung zu erkennen. Gegebenenfalls können Sie  Maßnahmen wie Vorkasse oder Anzahlungen einleiten, um das Risiko zu senken.

Beschaffen Sie Geld dann, wenn Sie noch keins brauchen

Die Bank vergibt am liebsten an denjenigen einen Kredit, der ihn eigentlich nicht benötigt. Das klingt nach einem Sprichwort, ist aber bittere Realität. Beantragen Sie Kontokorrentlinien daher immer vorsorglich und nicht wenn Ihnen das Wasser bis zum Hals steht.

Lieferantenzahlungsziele verlängern

Ein Lieferant, der Ihnen ein langes Zahlungsziel einräumt, ist bares Geld wert. Die Ausnutzung dieser Zahlungsziele wirkt wie eine Kontokorrentlinie bei der Bank. Sie sollten demnach Folgendes tun.

Eingeräumte Zahlungsziele immer ausnutzen: Es ist sicher löblich jede Rechnung gleich nach Erhalt zu zahlen. Wirtschaftlich ist es aber Unsinn. Nutzen Sie die Ihnen eingeräumten Zahlungsziele immer vollständig aus. Einzige Ausnahme ist die Nutzung von Skonto. Dies sollten Sie in jedem Fall tun. Mehr dazu finden Sie im nächsten Abschnitt.

Längere Zahlungsfristen verhandeln: Wenn Sie die Möglichkeit haben, mit Ihren Lieferanten über längere Zahlungsziele zu sprechen, nutzen Sie sie. Besonders dann, wenn Sie bereits langjährig Kunde sind, ist die Bereitschaft zur Anpassung der Zahlungsmodalitäten häufig gegeben. Sie gewinnen dadurch wieder finanziellen Spielraum.

Nutzen Sie Skonto

Oben wurde es bereits angedeutet. Es gibt keine leichtere Art für Sie Geld zu sparen, als die Ausnutzung eingeräumter Skonti. Oftmals können Sie den Rechnungsbetrag um 2-3 Prozent, in Ausnahmefällen sogar 4 Prozent kürzen, wenn Sie eher zahlen. Bei einer Rechnung über 10.000€ sind die 200€ bis 400€ die Sie einsparen können, wenn Sie zum Beispiel 14 Tage eher zahlen als Sie zahlen müssten.  Selbst wenn Sie dafür Ihren Kontokorrent in Anspruch nehmen, wäre das noch ein gutes Geschäft. Im gleichen Zeitraum würden Sie bei einem Kontokorrentzinssatz von 7 Prozent p.a. lediglich ungefähr 30€ Zinsen zahlen.

Wie ein Floh zum König wurde – Cash is King

Wie ein Floh zum König wurde – Cash is King 

Vielleicht kennen Sie das? Die Geschäfte laufen nicht schlecht, die Umsätze stimmen und sogar laut betriebswirtschaftlicher Auswertung steht jeden Monat ein positiver Wert unter dem Strich. Doch leider ist die Kasse so leer wie die Süßigkeiten-Kiste nach einem Kindergeburtstag.

Die Lösung ist nicht den Buchhalter vor die Tür zu setzen und alle BWAˋs der vergangenen Jahre feierlich zu verbrennen

Denn je nachdem wie Ihr Geschäft strukturiert ist, ist es völlig normal, dass das Betriebsergebnis und der Geldbestand nicht zusammenpassen. Der Grund ist einfach. In der BWA bilanzierender Unternehmen stehen mitunter jede Menge Werte die nichts mit einer Geldzahlung zu tun haben.

sind nur drei Beispiele.  

Außerdem gibt es Geldflüsse, die nicht in der BWA auftauchen. 

Das macht es Ihnen vielleicht schwer die BWA als Instrument der kurzfristigen Unternehmenssteuerung ernst zu nehmen. Besonders kleinere Unternehmen sind eher geneigt, den Geldbestand auf dem Konto aus Indikator für die Unternehmensperformance zu nutzen. Wie Sie dieses Dilemma lösen und die BWA sinnvoll ergänzen, erklären wir Ihnen im nachfolgenden Artikel.  

Cash is King 

Am Ende zählt nur wieviel Geld in der Kasse ist oder etwas fachlicher ausgedrückt, entscheidend ist, dass ein Unternehmen liquide bleibt. Das schönste Unternehmensergebnis nützt nichts, wenn Ihnen im entscheidenden Moment das notwendige Kleingeld fehlt. Daher ist es immer sinnvoll über die eigenen Kapitalfluss Bescheid zu wissen. Dazu dient die Kapitalflussrechnung oder auch CashFlow-Rechnung. Im Gegensatz zur BWA werden dort nur die Werte berücksichtigt, die zu einem echten Geldfluss führen.  

CashFlow und der Aufwand 

Die Berechnung des CashFlows ist problemlos mit Hilfe der in der Finanzbuchhaltung sowieso verfügbaren Informationen machbar. In den meisten Buchhaltungsprogrammen lassen sich Auswertungen über eine Zeilenstruktur frei definieren. Nach der einmaligen Einrichtung der Auswertung, sind Sie in der Lage, neben der monatlichen BWAeine monatliche CashFlow-Rechnung auszugeben. 

Ich fasse kurz zusammen. 

Die Arbeit, die Sie damit haben, ist demnach sehr gering. Was Sie dafür bekommen ist dagegen sehr viel.  

Der Nutzen der CashFlow-Rechnung 

Mit Hilfe der CashFlow-Rechnung haben Sie ohne zusätzliche Arbeit einen ständigen Überblick wieviel liquide Mittel, 

und natürlich wie diese Mittel verwendet werden. Zum Beispiel wieviel davon: 

Fazit 

Sie ergänzen durch die CashFlow-Rechnung Ihre BWA um eine wertvolle Aussage und bleiben stets im Bilde, wo Ihre liquiden Mittel herkommen und hinfließen. In Kombination mit der Tatsache, dass es fast keine zusätzliche Arbeit macht, bleibt eigentlich nur eine Schlussfolgerung: „Sofort machen!“