Entscheidungs- ermüdung (5 Minuten für bessere Entscheidungen)
Du sitzt auf Deinem Fahrrad, der Schweiß rinnt Dir die Stirn hinunter und in Deinen Knochen stecken schon etliche Kilometer bergige Strecke. Der nächste Anstieg lieg vor Dir. Er kommt Dir steiler vor als die Anstiege zuvor. Dein Blick wandert an den Punkt, an dem der Berg den Himmel trifft. Du spürst Brennen in den Oberschenkeln. Bei jeder Umdrehung quietschen die Pedale ein wenig und Dein Fahrrad schiebt sich einen halbe Meter vorwärts. Müde, müde, müde …. jede Faser in Deinem Körper sagt Dir, dass Du müde bist, dass Du Dich ausruhen musst und dass eine kleine Pause Dir neue Energie geben wird.
Das Gefühl körperlicher Erschöpfung kennen wir gut. Mit zunehmender Erschöpfung lässt die Leistungsfähigkeit nach. Dies gilt nicht nur für unseren Körper, sondern auch für unser Gehirn! “Entscheidungsmüdigkeit” nennt der Psychologe Roy F. Baumeister das Phänomen, welches unsere kognitive Leistungsfähigkeit aufbraucht und uns zu schlechten Entscheidungen führt oder uns sogar zeitweise entscheidungsunfähig macht.
Was sich genau dahinter verbirgt und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du im nachfolgenden 5-Minuten Video. Die darin verwendete Präsentation findest Du ebenfalls zum Download.
Mach Deine Entscheidungen jeden Tag ein wenig besser!
Mach Deine Entscheidungen jeden Tag ein wenig besser!
Stell Dir vor, Du stehst morgens vor dem Schrank und überlegst ob Du das rote oder das schwarze T-Shirt anziehen sollst. Mittags in der Kantine kannst Du Dich vielleicht nur schwer zwischen Currywurst und Spaghetti entscheiden und am Nachmittag stehen einige schwierige berufliche Einschätzungen an. Egal ob einfach oder schwierig, entscheiden müssen wir uns den ganzen Tag. Umso wichtiger ist es dabei einen klaren Kopf zu behalten.
Wir sind in unserem Entscheidungen nicht immer so rational, wie wir das gern hätten.
Unsere Entscheidungen sind manchmal verzerrt. Dafür sorgen insbesondere diverse systematisch Urteilsfehler, wie beispielsweise der Verfügbarkeitsfehler (availability bias). Wie dieser wirkt und wie Du Dich bestmöglich davor schützen kannst, erfährst Du im Video. Außerdem findest Du nachfolgend noch die dazugehörige Präsentation zum Download.
Sechs Faktoren für ein robustes Unternehmen
Sechs Faktoren für ein robustes Unternehmen
Der Begriff des „schwarzen Schwans“ steht für ein unvorhergesehenes bzw. unerwartetes Ereignis. Diese Ereignisse haben die Tendenz gesicherte Erkenntnisse „von einem Moment auf den anderen“ zu zerstören. Zurück bleibt die Ungewissheit und die Überforderung im Umgang mit der neuen Situation.
Das Bildnis des „schwarzen Schwans“ geht zurück auf die „gesicherte“ Erkenntnis dass Schwäne weiß sind. Tatsächlich waren schwarze Schwäne in Europa bis zur ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts unbekannt. Es galt also als gesichert, dass es sich um eine durch und durch weiße Vogelart handelt. Jeder zusätzliche gesichtete weiße Schwan zementierte dieser Erkenntnis zu unumstößlicher Gewissheit. Diese Gewissheit währte bis zu dem Zeitpunkt, als nach Reisen durch Westaustralien vermehrt über schwarze Schwäne berichtet wurde. Danach war sie dahin.
In jedem Seminar zum Thema „Risikomanagement“ oder „Entscheidungsfindung“ das ich gehalten haben, ist der „schwarze Schwan“ zwar Thema, aber meist konzentrieren sich die Teilnehmer auf Risikopotentiale mit einer gewissen Offensichtlichkeit. Es dreht sich für sie hauptsächlich um Themen die ihr Tagesgeschäft betreffen. Dies ist sicherlich relevant und ihrem Blickwinkel auf das Unternehmen und dessen Umfeld geschuldet, zeigt aber auch die wahrgenommene Bedeutung schwarzer Schwäne im Unternehmensalltag. Man gewinnt den Eindruck, dass das Vorhandensein dieser unvorhersehbaren bzw. unerwarteten Ereignisse gewissermaßen selbst ein schwarzer Schwan ist. Es schwingt das Gefühl von Seltenheit mit.
Nun, spätestens die Jahre 2020 bis 2022 sollten uns eines besseren belehrt haben. Zuerst hat die Corona-Pandemie die Wirtschaft auf eine harte Probe gestellt. Niemals hätten wir beispielsweise vermutet, dass man uns mit einer Ausgangssperre von unserer Arbeitsstätte fernhalten könnte oder das Fehl- und Ausfallzeiten aufgrund gesetzlich verordneter Quarantäne in die Höhe schnellen. Auch das wochenlange Sperren von Häfen in Teilen der Welt hatten so sicher die wenigsten auf dem Schirm.
Vom Pandemiemodus sind wir sozusagen nahtlos in den Kriegsmodus gewechselt. Sichere Lieferketten und Bezugswege sind auf einmal versperrt oder zumindest von Sperrung bedroht. Ehemals verlässliche Geschäftspartner stehen auf Sanktionslisten und ganze Regionen brechen als Absatzmärkte weg.
Der Charakter schwarzer Schwäne ist aber nicht Seltenheit sondern Unvorhersehbarkeit. Daraus resultieren zwei wesentliche Schlussfolgerungen.
- Zu versuchen schwarze Schwäne vorherzusehen ist per Definition zum Scheitern verurteilt.
- Wir sollten uns unserer „Gewissheiten“ nicht zu sicher sein. Sie können von heute auf morgen ad absurdum geführt werden.
Die Herausforderung ist in dieser Zeit also nicht maximalen Aufwand zur Vorhersage schwarzer Schwäne zu betreiben, sondern unsere Organisationen so robust wie möglich zu bauen. So können Sie die negativen Folgen schwarzer Schwäne überstehen und die positiven (ja, auch die gibt es) bestmöglich nutzen.
Wer sein Unternehmen robuster machen möchte sollte Wert legen auf folgende sechs Faktoren:
- fortlaufende Identifikation von Chancen und Ausrichtung auf neue Ziele
- Förderung des Gestaltungs- und Weiterentwicklungswillens aller Mitarbeiter
- solide Finanzierung mit kurzfristiger Liquidität, Kapitalpuffer und langfristige Finanzierungsstrategie unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit
- flexible kundenorientierte Organisation, die Spielraum bietet für die Anpassung an neue Ziele und Entwicklungsrichtungen
- Kooperation in Netzwerken statt Konkurrenzdenken
- klare Daten- und Digitalisierungsstrategie zur Rationalisierung und Skalierbarkeit
Das Risiko als Chance – Die vergessenen Seite des Risikomanagements
Das Risiko als Chance - Die vergessenen Seite des Risikomanagements
“Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.” – Victor Hugo
Dieses Zitat von Victor Hugo macht die unterschiedliche Sichtweise auf Risiken deutliche. Für jeden bedeutet Risiko etwas anderes. Der eine geht sie gern ein, der andere nicht. Daraus ergeben sich im unternehmerischen und auch im privaten Umfeld einige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Meistern kann man diese Herausforderungen, wenn man sich deren bewusst ist.
Für die meisten ist „Risikomanagement“ gleichbedeutend mit „Gefahrenmanagement“
Eigentlich ist das Risiko lediglich eine noch in der Zukunft liegende Unbekannte, und damit erstmal neutral. Dies wird jedoch nicht allgemein so verstanden. In unseren Kursen zum Thema Risikomanagement, führen wir regelmäßig Umfragen dazu durch. Gefragt wird nach Assoziationen zum Begriff Risiko. Im Ergebnis (Stand September 2019) hatten die Befragten zum Wort Risikomanagement folgende Assoziationen :
Der Tendenz im Risikomanagement trotzen
In den Köpfen der Teilnehmer eines Risikomanagementprozesses ist die oben bereits beschriebene negative Einstellung zum Risiko vorherrschend. Das Denken in Chancen ist vielleicht vorhanden, wird aber nicht mit dem Risikomanagement in Verbindung gebracht. Um dennoch Chancen zu Identifizieren muss aktiv darauf hingearbeitet werden. Nur so bleiben Gefahren und Chancen in einem ausgewogenen Verhältnis. Folgende Maßnahmen können dabei hilfreich sein:
Sensibilisierung aller Beteiligten des Risikomanagementprozesses
Bevor Sie mit einer möglichen Risikoanalyse starten, machen Sie allen Beteiligten klar, dass es um die Identifikation von negativen und positiven Risiken geht. Klären Sie bzgl. der Bedeutung des Begriffs Risiko und der gewünschten Wirkung eines Risikomanagements auf. Erneuern Sie diese Hinweise bei allen sich bietenden Gelegenheiten. Oft hat sich die ausschließliche Suche nach Gefahren verfestigt und die Überwindung dieser Hürde bedarf einiger Anstrengung.
Verankerung der Chance in der Methodik der Risikoidentifikation
Ein geeignetes Mittel, um ein Gleichgewicht zwischen identifizierten Gefahren und Chancen herzustellen, ist die Verankerung in der eingesetzten Methodik. Am Beispiel eines Brainstormings im Rahmen eines Workshops zur Risikoidentifikation könnte dies bedeutet, dass die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt werden. Gruppe 1 sucht nach Chancen und Gruppe 2 nach Gefahren. Anschließend tauschen Sie die Gruppen. Eine andere Variante wäre eine Zweiteilung des Workshops. Im ersten Teil werden ausschließlich Gefahren gesucht. Im zweiten Teil suchen die Teilnehmer gezielt nach Chancen. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass die Laune beim Verlassen des Workshops besser ist.
Integration von vorhandenen Quellen in den Risikomanagementprozess
In einem Unternehmen mit einem gut funktionierenden KVP oder Vorschlagswesen, werden bereits eine Menge Chancen aufgedeckt. Allerdings fehlt es oft an einer systematischen Auswertung und Umsetzung der aufgedeckten Potentiale. Diese Quellen können angezapft und in den Risikomanagementprozess integriert werden.
Risikomanagement ist ohne Frage nützlich. Gut umgesetzt macht es relativ wenig Arbeit und kann wesentlich zur Stabilität und zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Gelingt es uns ein Gleichgewicht zwischen Gefahr und Chance herzustellen maximieren wir diesen Nutzen, arbeiten strategisch und tragen erheblich zu einem positiven Unternehmensklima bei.
Risiko Insolvenzanfechtung
Das Problem mit der Insolvenzanfechtung
Einer Ihrer Geschäftspartner ist gezwungen einen Insolvenzantrag zu stellen. Dies kann erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Sie und Ihr Geschäft haben. Das kann weit über den Ausfall einer bestehenden Forderung hinaus gehen. Insolvenzverwalter können unter bestimmen Umständen Zahlungen aus der Vergangenheit von Ihnen zurück fordern. Auch wenn diese bereits Jahre zurück liegen.
Insolvenzanfechtungen sind ein wachsendes Problem. Dies zeigen Umfragen des Bundesverbands Credit Management. Früher waren unter den befragten Unternehmen noch knapp zwei Drittel betroffen. Aktuell ist dieser Wert auf mehr als drei Viertel aller Firmen angestiegen! Und in rund einem Drittel der Fälle lag die Forderungssumme bei mehr als 100.000 Euro.
Wie Sie sich davor schützen erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.
Wann wird es relevant für Sie?
Ist die Insolvenz da, dann ist es meist schon zu spät. Reagieren sollten Sie, sobald Sie den Eindruck haben, dass Ihr Geschäftspartner in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Indizien dafür können sein, dass Ihr Schuldner:
- Rechnungen regelmäßig oder häufig zu spät zahlt,
- Ratenzahlungen mit Ihnen vereinbaren möchte,
- Lastschriften platzen lässt oder
- auf Mahnungen und Erinnerungsschreiben nicht reagiert.
Diese Sachverhalte sollten Sie vorsichtig werden lassen. Ein Insolvenzverwalter kann Ihnen jetzt unterstellen, dass Sie von der drohenden Pleite wissen. Oder aber, dass Sie davon hätten wissen müssen, wenn Sie die Signale ernst genommen hätten. Er dreht den Spieß sozusagen herum und argumentiert “Sie haben fahrlässig weiteren Schaden in Kauf genommen und sind daher selbst schuld.”
So können Sie sich schützen?
Nur noch gegen Vorkasse liefern bzw. leisten
Eine konkrete Möglichkeit kann sein, den Geschäftspartner künftig nur noch gegen Vorkasse zu beliefern. Maßgeblich ist dabei, dass Leistung und Gegenleistung wirtschaftlich gleichwertig sind und in einem engen zeitlichen Zusammenhang erfolgen. Dies wird auf Kundenseite meist nicht gern gesehen, schützt Sie aber vor hohen Rückzahlungen. Wenn sich der Kunde stabilisiert hat, können die Zahlungsmodalitäten wieder geändert werden.
Auf Zahlung innerhalb von 30 Tagen drängen
Geht die Zahlung innerhalb von 30 Tagen ein, nachdem die Leistung oder Lieferung erbracht wurde, ist sie als sogenanntes Bargeschäft normalerweise vor der Insolvenzanfechtung besonders geschützt. Sobald durch dieses Bargeschäft andere Gläubiger benachteiligt werden, ist der Schutz aber schon wieder dahin.
Bürgschaft
Eine relativ sichere Methode um sich vor Zahlungsausfällen zu schützen ist die Zahlungsbürgschaft. Der Kunden übergibt Ihnen vor Lieferung bzw. Leistung eine Zahlungsbürgschaft. Fällt die erwartete Zahlung aus, nehmen Sie die Bürgschaft in Anspruch und der Bürge springt ein.
Versicherung
Vor Anfechtungen kann auch eine Anfechtungsversicherung schützen. Verschiedene Versicherungsgesellschaften bieten derartige Policen. Wird eine Zahlung angefochten und diese Anfechtung auch durchgesetzt, springt die Versicherung ein.
Handlungsempfehlung
1. Suchen Sie in Ihrem Kundenstamm nach Indizien für Zahlungsschwierigkeiten (siehe oben).
2. Erstellen Sie eine Liste mit den betreffenden Kunden.
3. Erstellen Sie eine Liste allen erhaltenen Zahlungen von diesem Kunden innerhalb der letzten vier Jahr. Dies ist die Summe die pro Kunde potentiell angefochten und zurückgefordert werden kann.
4. Sortieren Sie diese Liste nach dem Betrag und beginnen Sie bei den größten Summen mit den nachfolgenden Schritten.
5. Besorgen Sie sich Bonitätsauskünfte der betreffenden Kunden.
6. Suchen Sie das Gespräch mit den Verantwortlichen und hinterfragen Sie:
a. Die Gründe für das Zahlungsverhalten.
b. Die aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Lage.
c. Den wirtschaftlichen und finanziellen Ausblick.
7. Lassen Sie sich diese Informationen durch betriebswirtschaftliche Auswertungen belegen.
8. Haben Sie den Eindruck, dass Zahlungsschwierigkeiten bestehen? Wenn ja, ergreifen Sie entsprechende Maßnahmen.
9. Seien Sie sich der potentiellen Rückforderung bewusst.
Sicher gibt es zu diesem Thema noch eine ganze Menge mehr zu sagen, aber einen groben Überblick haben Sie jetzt. Wenn Sie den oben aufgeführten Handlungsempfehlungen folgen, dann haben Sie Ihr Risiko bereits deutlich reduziert.