Wie ein Floh zum König wurde – Cash is King

Wie ein Floh zum König wurde – Cash is King 

Vielleicht kennen Sie das? Die Geschäfte laufen nicht schlecht, die Umsätze stimmen und sogar laut betriebswirtschaftlicher Auswertung steht jeden Monat ein positiver Wert unter dem Strich. Doch leider ist die Kasse so leer wie die Süßigkeiten-Kiste nach einem Kindergeburtstag.

Die Lösung ist nicht den Buchhalter vor die Tür zu setzen und alle BWAˋs der vergangenen Jahre feierlich zu verbrennen

Denn je nachdem wie Ihr Geschäft strukturiert ist, ist es völlig normal, dass das Betriebsergebnis und der Geldbestand nicht zusammenpassen. Der Grund ist einfach. In der BWA bilanzierender Unternehmen stehen mitunter jede Menge Werte die nichts mit einer Geldzahlung zu tun haben.

  • Aufwand aus Rückstellungen,
  • Abschreibungen oder
  • Aufwand aus noch nicht beglichenen Verbindlichkeiten,

sind nur drei Beispiele.  

Außerdem gibt es Geldflüsse, die nicht in der BWA auftauchen. 

Das macht es Ihnen vielleicht schwer die BWA als Instrument der kurzfristigen Unternehmenssteuerung ernst zu nehmen. Besonders kleinere Unternehmen sind eher geneigt, den Geldbestand auf dem Konto aus Indikator für die Unternehmensperformance zu nutzen. Wie Sie dieses Dilemma lösen und die BWA sinnvoll ergänzen, erklären wir Ihnen im nachfolgenden Artikel.  

Cash is King 

Am Ende zählt nur wieviel Geld in der Kasse ist oder etwas fachlicher ausgedrückt, entscheidend ist, dass ein Unternehmen liquide bleibt. Das schönste Unternehmensergebnis nützt nichts, wenn Ihnen im entscheidenden Moment das notwendige Kleingeld fehlt. Daher ist es immer sinnvoll über die eigenen Kapitalfluss Bescheid zu wissen. Dazu dient die Kapitalflussrechnung oder auch CashFlow-Rechnung. Im Gegensatz zur BWA werden dort nur die Werte berücksichtigt, die zu einem echten Geldfluss führen.  

CashFlow und der Aufwand 

Die Berechnung des CashFlows ist problemlos mit Hilfe der in der Finanzbuchhaltung sowieso verfügbaren Informationen machbar. In den meisten Buchhaltungsprogrammen lassen sich Auswertungen über eine Zeilenstruktur frei definieren. Nach der einmaligen Einrichtung der Auswertung, sind Sie in der Lage, neben der monatlichen BWAeine monatliche CashFlow-Rechnung auszugeben. 

Ich fasse kurz zusammen. 

  • Die Zusammenstellung der notwendigen Information wird mit Hilfe der Finanzbuchhaltung sowieso erledigt. Hier entsteht also keine Zusatzarbeit.
  • Die Einrichtung der entsprechenden Auswertung im Buchhaltungsprogramm ist ein überschaubarer Einmalaufwand.

Die Arbeit, die Sie damit haben, ist demnach sehr gering. Was Sie dafür bekommen ist dagegen sehr viel.  

Der Nutzen der CashFlow-Rechnung 

Mit Hilfe der CashFlow-Rechnung haben Sie ohne zusätzliche Arbeit einen ständigen Überblick wieviel liquide Mittel, 

  • Ihr Unternehmen mit Hilfe Ihres Kerngeschäfts erwirtschaftet oder
  • aus anderen Quellen kommen (z.B. Kreditaufnahmen, Einlagen des oder der Inhaber / Gesellschafter),

und natürlich wie diese Mittel verwendet werden. Zum Beispiel wieviel davon: 

  • in Investitionen geflossen sind,
  • an Inhaber / Gesellschafter ausgezahlt wurden und
  • in die Tilgung von Krediten oder Darlehen geflossen sind.

Fazit 

Sie ergänzen durch die CashFlow-Rechnung Ihre BWA um eine wertvolle Aussage und bleiben stets im Bilde, wo Ihre liquiden Mittel herkommen und hinfließen. In Kombination mit der Tatsache, dass es fast keine zusätzliche Arbeit macht, bleibt eigentlich nur eine Schlussfolgerung: „Sofort machen!“ 

Das Finanzamt als Renditeturbo

Das Finanzamt als Renditeturbo

Auf der Suche nach Wegen der Geldanlage denken die Wenigsten an das Finanzamt. Und doch gibt es eine Möglichkeit mit Hilfe dieser sonst eher ungeliebten Institution, eine ordentliche Rendite zu erzielen. Wie das geht, verraten wir Ihnen im nachfolgenden Text.

Zinsen vom Finanzamt erhalten

Im Artikel vom 16.1.2019 haben wir das Thema Nachzahlungszinsen des Finanzamtes besprochen. Diese werden standardmäßig mit 6% pro Jahr auf Steuernachzahlungen berechnet

Jetzt soll es um die Zinsen auf Steuererstattungen gehen. Auch diese betragen 6% pro Jahr. Das heißt, auf Steuerrückzahlungen werden 6% Zinsen pro Jahr ausgeschüttet. Denkt man an das derzeitige Zinsniveau, ist das eine Traumrendite bei null Risiko.

Wie kann ich davon profitieren?

Insbesondere bei freiwilliger Abgabe der Steuererklärung entsteht damit eine echte Chance. Denn zur freiwilligen Abgabe hat jeder Steuerpflichtige vier Jahre Zeit.

Rechenbeispiel

Gehen wir von einer Steuererstattung von 2.500€ für das Jahr 2016 aus. Die Erklärung muss bis Ende 2020 abgeben sein. Die Auszahlung würde etwa im März 2021 erfolgen. Da sich das Finanzamt eine Bearbeitungsfrist von 15 Monaten gönnt, haben Sie während dieser Zeit, also von Januar 2017 bis März 2018 keinen Verzinsungsanspruch. Es bleiben aber noch immer 36 Zinsmonate zu je 0,5% übrig. Es ergibt sich eine Summe von 450€ Zinsen bei einer Anlagesumme von 2.500€.

Wer nicht auf das Geld angewiesen ist, sollte sich mit der Steuererklärung demnach Zeit lassen.

Aktuelle Rechtsprechung

Wie im Artikel vom 16.1.2019 bereits beschrieben, setzen sich im Augenblick Gerichte mit der Praxis der 6% -Verzinsung auseinander. Die Tendenz der richterlichen Entscheidungen geht zu einer Reduzierung des Zinnsatzes auf 3% pro Jahr. Noch ist es aber nicht soweit. Sie können demnach noch von der alten Praxis profitieren. Allerdings ist auch eine Verzinsung um 3% nicht von schlechten Eltern. Die Risikoklasse ist mit einem Tagesgeldkonto vergleichbar. Dort liegt der Zinssatz aktuell bei unter 1% pro Jahr.

Goodbye Steuerzins Finanzamt

Goodbye Nachzahlungszins

Jahrelang, oder vielmehr jahrzehntelang, hat das Finanzamt Nachzahlungen auf alle Steuerarten mit 6% pro Jahr verzinst. Um genau zu sein, blieb der Zinssatz seit den 60ziger Jahren unangetastet. Das hat nun ein Ende.

Bisheriger Grund für Nachzahlungszinsen

Die Argumentation der Finanzverwaltung war dabei stets folgende:

  • Durch die verspätete Zahlung erlangt der Steuerpflichtige einen Vorteil. Schließlich hätte er das Geld während der Verspätungszeit anderweitig zinsbringend anlegen können.
  • Diesen Vorteil möchte die Finanzverwaltung teilweise wieder abschöpfen.

In der aktuellen Niedrigzinsphase kann man aber nur schwer einen derartig hohen Zins erzielen. Somit ist der Vorteil, den der Steuerpflichtige durch die verspätete Zahlung erlangen kann, deutlich geringer. 6% sind also keinesfalls gerechtfertigt.

Aktuelle Rechtsprechung

Dies sieht seit dem Jahr 2018 auch der Bundesfinanzhof so. In zwei Entscheidungen hat dieser Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Zinssatzes ab dem Veranlagungszeitraum 2012 geäußert. Für gerechtfertigt hält der Bundesfinanzhof ca. 3%. Auch das Bundesverfassungsgericht befasst sich derzeit mit der Angelegenheit.

Rechenbeispiel

Rechnen wir mal ein Beispiel.

  • Ein Unternehmer muss für den Veranlagungszeitraum 2014 8.000€ Steuern nachzahlen.
  • Diese Zahlung erfolgte im Januar 2019.
  • Der Steuerbescheid 2014 wurde im Juni 2015 erteilt. D.h. im Juli 2015 wäre die Steuer fällig gewesen.
  • Wir sprechen also von 42 Zinsmonaten zu je 0,5%.
  • Der Zinsbescheid nach der alten Regelung sollte etwas über 1.680€ lauten.
  • Bei 3% Nachzahlungszinssatz wären es nur 840€.
  • Der Unternehmer spart 840€, wenn er den niedrigeren Zinssatz bekommt.

Es lohnt sich also gegen einen „6% Zinsbescheid“ vorzugehen.

Empfohlenes Vorgehen

Wenn ein Bescheid, welcher die Veranlagungszeiträume ab 2012 betrifft, über 6% Zinsen eingeht, sollte Folgendes getan werden:

  • Einspruch einlegen
  • Aussetzung der Vollziehung beantragen (sonst wird das Geld auch bei anhängigem Einspruch von der Finanzverwaltung eingetrieben)

Wir erbringen zwar keine Steuerberatung, stellen Ihnen aber gern einen Mustertext für den Einspruch und die Aussetzung der Vollziehung zur Verfügung.