Das Risiko als Chance – Die vergessenen Seite des Risikomanagements

Das Risiko als Chance - Die vergessenen Seite des Risikomanagements

„Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.“ – Victor Hugo 

Dieses Zitat von Victor Hugo macht die unterschiedliche Sichtweise auf Risiken deutliche. Für jeden bedeutet Risiko etwas anderes. Der eine geht sie gern ein, der andere nicht. Daraus ergeben sich im unternehmerischen und auch im privaten Umfeld einige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Meistern kann man diese Herausforderungen, wenn man sich deren bewusst ist. 

Für die meisten ist „Risikomanagement“ gleichbedeutend mit „Gefahrenmanagement“

Eigentlich ist das Risiko lediglich eine noch in der Zukunft liegende Unbekannte, und damit erstmal neutral. Dies wird jedoch nicht allgemein so verstanden. In unseren Kursen zum Thema Risikomanagement, führen wir regelmäßig Umfragen dazu durch. Gefragt wird nach Assoziationen zum Begriff Risiko. Im Ergebnis (Stand September 2019) hatten die Befragten zum Wort Risikomanagement folgende Assoziationen :

0
Prozent - negative Assoziationen
0
Prozent - neutrale Assoziationen
0
Prozent - positive Assoziationen

Der Tendenz im Risikomanagement trotzen

In den Köpfen der Teilnehmer eines Risikomanagementprozesses ist die oben bereits beschriebene negative Einstellung zum Risiko vorherrschend. Das Denken in Chancen ist vielleicht vorhanden, wird aber nicht mit dem Risikomanagement in Verbindung gebracht. Um dennoch Chancen zu Identifizieren muss aktiv darauf hingearbeitet werden.  Nur so bleiben Gefahren und Chancen in einem ausgewogenen Verhältnis.  Folgende Maßnahmen können dabei hilfreich sein:

Sensibilisierung aller Beteiligten des Risikomanagementprozesses 

Bevor Sie mit einer möglichen Risikoanalyse starten, machen Sie allen Beteiligten klar, dass es um die Identifikation von negativen und positiven Risiken geht. Klären Sie bzgl. der Bedeutung des Begriffs Risiko und der gewünschten Wirkung eines Risikomanagements auf. Erneuern Sie diese Hinweise bei allen sich bietenden Gelegenheiten. Oft hat sich die ausschließliche Suche nach Gefahren verfestigt und die Überwindung dieser Hürde bedarf einiger Anstrengung.  

Verankerung der Chance in der Methodik der Risikoidentifikation 

Ein geeignetes Mittel, um ein Gleichgewicht zwischen identifizierten Gefahren und Chancen herzustellen, ist die Verankerung in der eingesetzten Methodik. Am Beispiel eines Brainstormings im Rahmen eines Workshops zur Risikoidentifikation könnte dies bedeutet, dass die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt werden. Gruppe 1 sucht nach Chancen und Gruppe 2 nach Gefahren. Anschließend tauschen Sie die Gruppen. Eine andere Variante wäre eine Zweiteilung des Workshops. Im ersten Teil werden ausschließlich Gefahren gesucht. Im zweiten Teil suchen die Teilnehmer gezielt nach ChancenDas hat den angenehmen Nebeneffekt, dass die Laune beim Verlassen des Workshops besser ist. 

Integration von vorhandenen Quellen in den Risikomanagementprozess 

In einem Unternehmen mit einem gut funktionierenden KVP oder Vorschlagswesen, werden bereits eine Menge Chancen aufgedeckt. Allerdings fehlt es oft an einer systematischen Auswertung und Umsetzung der aufgedeckten PotentialeDiese Quellen können angezapft und in den Risikomanagementprozess integriert werden.  

Risikomanagement ist ohne Frage nützlich. Gut umgesetzt macht es relativ wenig Arbeit und kann wesentlich zur Stabilität und zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. Gelingt es uns ein Gleichgewicht zwischen Gefahr und Chance herzustellen maximieren wir diesen Nutzen, arbeiten strategisch und tragen erheblich zu einem positiven Unternehmensklima bei.